200 blieben uebrig, in freiheit. zuerst entfesselten sie ihre gefuehle - wie ihr es getan habt. dann setzten sie sich zusammen und redeten miteinander. in diesem augenblick legten sie das fundament fuer die ordnung - oder besser gesagt, fuer die nicht-ordnung - in der wir menschen heute auf der erde zusammenleben. das parlament dauerte drei tage. die voraussetzungen waren klar: alle liebten und brauchten die erde, alle liebten und brauchten sich gegenseitig. dies wurde der maszstab fuer alle weiteren entscheidungen. was sich mit dieser doppelten liebe nicht vertrug, wurde verworfen. die zweihundert beschlossen, sich keine regierung zu geben, sich von niemandem vertreten zu lassen und entscheidungen nur mit den stimmen aller betroffenen zu faellen. ueber die frage des eigentums kam es zur diskussionen. schlieszlich wurde die antwort jedem einzelnen ueberlassen: wer eigentum wollte sollte es besitzen. der vorschlag eine waehrung einzufuehren, wurde verworfen. am ende hatte ein prinzip gesiegt, nach dem wir neuen menschen seither leben: wir lieben die erde, wir lieben uns gegenseitig, ganz und ohne vorbehalt, und in diesem rahmen tut jeder, was er will. wer gemuese pflanzen will wie ich, der pflanzt gemuese. wer forschen will der forscht. wer technische apparate bauen will, der baut technische apparate. wer nichts tun will, tut nicht. aber selbst das nichtstun steht unter dem doppelten prinzip der liebe - wenn es auch sehr selten und nur fuer kuerzere zeit vorkommt.

(aus "2036" von henky hentschel)

_fide!